Surleau - Linke Liste

Dienstag, 18. Mai 2010

Sur l'eau Wahlprogramm 2010 - election manifesto 2010

ein externes Bild

Sur l´eau - Linke Liste

Wahlprogramm 2010 / election manifesto 2010
(english version will follow soon)

Vom 1.-2. Juni 2010 finden die alljährlichen Gremienwahlen an der Otto-von-Guericke-Universität statt. Auch in diesem Jahr tritt die Hochschulgruppe Sur l'eau zur Wahl an. Nachfolgend möchten wir euch unser Wahlprogramm vorstellen.

Zwei Jahre Sur l‘eau in den Gremien

…das bedeutet zwei Jahre erfolgreiche und engagierte Arbeit für die Studierendenschaft. Auch in dieser Legislatur konnten wir die Kernpunkte unserer aufgestellten Ziele als zentrale Themen in die studentischen Gremien einbringen und etablieren. Exemplarisch sei auf die Positionierung des Studierendenrates zur Änderung des Landeshochschulgesetzes verwiesen, welche es ohne die Hochschulgruppe Sur l‘eau nicht gegeben hätte, sowie auf unseren Einsatz für den Verbleib des Projekt 7 in studentischer Selbstverwaltung. Nach wie vor wollen wir uns aber nicht auf unseren Erfolgen ausruhen, sondern nachdrücklich und fortlaufend für eine kritische Auseinandersetzung mit dem universitären Alltags- und Wissenschaftsbetrieb eintreten. So bleibt es eine Selbstverständlichkeit, nicht nur für eine bilinguale Uni – also die konsequente Öffnung des universitären Raumes für die englische Sprache –, sondern auch für eine sächliche und geschlechtsneutrale – und somit eben nicht männlich geprägte – Sprache in allen Ebenen der Hochschule einzustehen.

Demokratie stärken!

Demokratie ist die Grundprämisse, an der sich auch das Uni-Leben messen lassen muss. Die Sicherung der studentischen Mitbestimmung gegenüber der Uni-Verwaltung, der Berücksichtigung der Studierendeninteressen bei der Studiengestaltung, sowie der Förderung demokratischer Strukturen auch außerhalb der Gremien gehören zu unserem besonderen Anliegen. Doch auch die Arbeit der Studierenden- und Uni-Vertretungen, die derzeit von Intransparenz geprägt ist, muss den demokratischen Standards entsprechen. Das Ausüben von Mandaten stellt eine Verantwortung gegenüber der Studierendenschaft dar, die von einigen Hochschulgruppen nur zu gern vernachlässigt wird. Gremienarbeit ist mehr, als nur eine Referenz im Lebenslauf! Wir fordern daher eine öffentliche demokratische Kontrolle der Gremien!

Studentische Selbstverwaltung fördern!

Der Campus als Ort der vielfältigen Begegnungen ist kein bloßer Raum der Forschung und Lehre. Studentische Selbstverwaltung an der Universität gehört für uns zum Selbstverständnis einer Hochschule. Nachdem die geplante Übernahme des „Projekt 7“ durch das Studentenwerk vorerst abgewehrt werden konnte, fordern wir weiterhin zusätzliche selbstverwaltete Räumlichkeiten für Studierende. Möglichkeiten der Selbstverwaltung auf dem Campus reichen dabei von einfachen – aber derzeit wenig vorhandenen- Aufenthaltsräumen bis hin zu eigenständigen Studierendencafés. Die Einrichtung einer selbstverwalteten Werkstatt für bspw. Fahrradreparaturen und Werkzeugausleihen, wie sie an anderen Hochschulen selbstverständlich sind, sollte für die Universität zum Mindeststandard bei der Betreuung ihrer Studierenden gehören.

Projekt FGSE

Im Rahmen der studentischen Selbstverwaltung wollen wir uns weiterhin dafür stark machen, die Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften – größte Fakultät der Universität – ihrer Bedeutung entsprechend auszustatten. Zur Verbesserung der Studienbedingungen wäre es nur ein kleiner, aber dennoch signifikanter Schritt, die Öffnungszeiten, sowie das Angebot der FGSE-Kantine zu erweitern und somit vielen Studierenden den langen Weg zum Hauptcampus zu ersparen. Wer an der FGSE einen ruhigen Raum zum Lesen oder Lernen sucht, hat in den seltensten Fällen Erfolg. Wir fordern zusätzliche Sitzgelegenheiten, sowie die Bereitstellung von Leseräumen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen eines eigenständigen und selbstbestimmten Studiums.

Über den eigenen Tellerrand hinaus

„In was für einer Gesellschaft wollen wir Leben?“ Eine Frage die wir nicht allein mit einem Fokus auf die eigene Hochschuleinrichtung beantworten können. Das Engagement für pluralistische Demokratie bedeutet die aktive Mitgestaltung unserer Umwelt und die Stimmen der Studierenden zu kommunal- oder allgemeinpolitischen Themen nach außen hin stark zu machen. Aus studentischer Initiative bereichern zahlreiche Projekte und Veranstaltungen die lokale kulturelle Landschaft. Der Studierendenschaft trägt als vitaler Bestandteil der Bevölkerung eine politische Verantwortung die Demokratie zu stärken und Missstände zu bekämpfen. So ist es beispielsweise wichtig, auch weiterhin als Studierendenschaft im lokalen Bündnis gegen Rechts aktiv zu sein.

digitales rendezvous: http://surleau.blogsport.de/

geschrieben von surleau um 19:59, 0 Kommentare, 0 Trackbacks,

Montag, 18. Mai 2009

[sur l´eau] Wahlprogramm 2009/ election manifesto 2009

Sur l´eau - Linke Liste

digitales rendezvous: www.surleau.blogsport.de

ein externes Bild

Wahlprogramm 2009 / election manifesto 2009

Sur l‘eau im zweiten Jahr

In diesem Jahr treten wir, die Hochschulgruppe Sur l‘eau, zum zweiten mal zu den Gremienwahlen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg an. Auch diesmal haben wir uns eine Menge vorgenommen. In der vergangenen Legislaturperiode des Studierendenrates konnten wir mit unseren zwei Mandaten an alle von uns aufgestellten Wahlprogrammpunkte anknüpfen und einige, wie die von uns geforderte Ethik-Deklaration und die Umrennung des ehemaligen „Studentenrats“, sogar vollends erfüllen. Nach wie vor haben wir den Anspruch, mit unserer Gremienarbeit auch ein gesellschaftspolitisches Mandat zu verbinden. Die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und damit einhergehend das Einstehen für einen kritischen, das Bestehende hinterfragenden Wissenschaftsbetrieb, verstehen wir als Selbstverständlichkeit, auf deren Grundlage wir auch zukünftig die Interessen der Studierenden der Otto-von-Guericke-Universiät Magdeburg vertreten wollen.

Projekt 7 in jedem Fall erhalten!

Seit Jahren gibt es im „Studentenwerk“, welchem die Räume des Projekt 7 formal gehören, die wildesten Pläne um dessen Zukunft. Zeitweise wurde sogar diskutiert, das P7 aufzulösen und stattdessen Appartements zu installieren. Seit einigen Monaten nun ist eine neue Debatte um dessen Fortbestand entbrannt, nachdem das P7 größtenteils unverschuldet in finanzielle Not geraten ist. Nach derzeitiger Planung sollen die Mietverträge für das P7 gekündigt werden und schon im kommenden Wintersemester will das „Studentenwerk“ die Zügel in die Hand nehmen. Dies befürworten auch einige der Gruppen im derzeitigen StuRa. Mit uns ist eine Schließung des Projekt 7 nicht zu machen! Das Projekt ist der größte und wichtigste kulturelle Anlaufpunkt in studentischer Selbstverwaltung auf dem Campus, für dessen Erhalt wir uns auch weiterhin alternativlos einsetzen.

Studentische Selbstverwaltung fördern!

Der Campus als Ort der vielfältigen Begegnungen ist kein bloßer Raum der Forschung und Lehre. Studentische Selbstverwaltung an der Universität gehört für uns zum Selbstverständnis einer Hochschule. Neben dem Erhalt bestehender Projekte, für welche wir uns nach wie vor einsetzen möchten, fordern wir daher zusätzliche selbstverwaltete Räumlichkeiten für Studierende. Möglichkeiten der Selbstverwaltung auf dem Campus reichen dabei von einfachen – aber derzeit wenig vorhandenen- Aufenthaltsräumen bis hin zu eigenständigen Studierendencafés. Die Einrichtung einer selbstverwalteten Werkstatt für bspw. Fahrradreparaturen und Werkzeugausleihen, wie sie an anderen Hochschulen selbstverständlich sind, sollte für die Universität zum Mindeststandard bei der Betreuung ihrer Studierenden gehören.

Sanierung der FGSE

Der Zustand des Gebäudes der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften steht in einem krassen Missverhältnis zur Bedeutung der mit 3400 Studierenden größten Fakultät dieser Universität. Zukünftig steigende Studierendenzahlen und damit steigende Anforderungen werden diesen Zustand noch verschlimmern. Der Anblick verdreckter Teppiche und zerstörter Toiletten, kaum auszuhaltende Temperaturen, im Sommer wie im Winter, in viel zu kleinen und teils nicht mehr nutzbaren Räumen, kaputte Elektrik und veraltete Technik gehören zum Alltag der Studierenden. Die notwendigen Sanierungspläne wurden immer wieder verschoben. Wir machen uns im Rahmen der studentischen Selbstverwaltung dafür stark, dass die notwendigen Maßnahmen für grundlegende Sanierungsarbeiten schnell durch die entsprechenden Stellen bereitgestellt werden. An die bereits gemachten Schritte, wie der Petition an den Innenausschuss und offene Politikerbriefe, wollen wir in den kommenden Semestern anknüpfen, damit sich die Situation umgehend verbessert.

Gendern – jetzt erst recht!

Der „Studentenrat“ ist mittlerweile seinen angestaubten Namen los und vertritt mit dem Titel „Studierendenrat“ nun endlich auch im Namen alle Studierenden und nicht nur den männlichen Teil. Zum einen sehen wir das als einen Erfolg im Rahmen unseres letztjährigen Wahlprogramms, zum anderen ist dies für uns nur ein Tropfen auf den heißen Stein und nichts auf dem wir uns ausruhen wollen. Denn allen Gleichstellungsregelungen zum Trotz ist nicht nur die Alltagssprache auf dem Campus, sondern auch die Sprache in der Verwaltung dieser Universität nach wie vor eine, die von Männern geprägt ist. So hat die Studierendenkarte durch ihren Namen fast schon Ausnahmecharakter. Immerhin wird sie vom „Studentenwerk“ ausgestellt, dem Namen nach eine Einrichtung von Männern für Männer. Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, eine möglichst sächliche und geschlechtsneutrale sprachliche Regelung in allen Gremien, Institutionen und Verwaltungseinrichtungen durchzusetzen.

Bilinguale Uni

An der Universität treffen Studierende mit verschiedensten Lebensentwürfen, Vorstellungen vom Leben, wie es sein sollte bzw. könnte, aus vielen Regionen der Welt aufeinander. In einem Anspruch auf Barrierefreiheit wäre es das Gröbste einen gemeinschaftlichen Austausch und ein Miteinander auf Augenhöhe zu ermöglichen. Ein wichtiger Punkt und eher eine Mindestforderung ist es für uns, diesen Anspruch mit einer Forderung nach einer wirklich bilingualen Universität zu verbinden, in der es zumindest zum Common Sense gehört, weite Teile des universitären Raums durch die englische Sprache zu öffnen. So banal diese Forderung klingen mag, so real ist ein universitärer Alltag, in dem es oft schon an Speiseplänen oder am Campusplan hapert. Ausgrenzung fängt an vielen Punkten an und so wäre es vielleicht nur ein kleiner, aber doch wichtiger Schritt, auf einen Alltag zu pochen, der eben nicht allein durch die deutsche Sprache bestimmt ist.

geschrieben von surleau um 21:02, 4 Kommentare, 0 Trackbacks,

Sonntag, 28. September 2008

Antifaschistische Hochschultage @ Uni Magdeburg

Antifaschistische Hochschultage – die Zweiten

Auch dieses Jahr veranstaltet die "Arbeitsgemeinschaft Emanzipative AntifaschistInnen [AGEA] wieder Antifaschistische Hochschultage gegen Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Mit der Veranstaltungsreihe will die AGEA die Universität als Raum für die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft aus studentischer Eigeninitiative beleben. Es geht um das aktive Mitgestalten an der Universität als Ort des kritischen Denkens und der Diskussion. So liegt der Fokus zum einen auf einer Vielfalt der Veranstaltungen und zum anderen auf einem ansprechenden wissenschaftlich-theoretischem Niveau. Die einzelnen Veranstaltungen sollen eine tiefer gehende Auseinandersetzung zu Themen wie Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Autoritarismus, Geschichtsrevisionismus etc. offerieren und gleichermaßen Raum zur Diskussion mit den Referierenden wie unter den Studierenden bieten. Die inhaltlichen Schwerpunkte versuchen dabei verschiedene aktuelle Diskussionsstränge aufzugreifen. Geschichtsrevisionistische Positionen sollen so beispielsweise durch den Vortrag des Historikers Maik Hattenhorst und seiner Aufarbeitung der Zeit Magdeburgs im Nationalsozialismus und einem Zeitzeuginnengespräch mit Gina Bormann thematisch aufgegriffen und kritisiert werden. Mit einer Podiumsdiskussion und einem Hörspielabend zum Begriff des Kommunismus soll eine gesellschaftlich-historische und theoretische Reflexion über Geschichte und Idee des Kommunismus erfolgen. Ein weiterer Beitrag zu antirassistische Pädagogik soll sich den Aufgaben und Möglichkeiten der Erziehungswissenschaftlichen Disziplinen in Theorie und Praxis widmen.

DATES:

22.10.2008 // 19 Uhr // Uni-Gebäude 40
Antirassismus am Ende? Neue Ansätze in der antirassistischen Bildungsarbeit. Empowerment von und für People of Color und Critical Whiteness-Seminare in Deutschland.
Vortrag von Kevin Stützel und Jasmin Dean

26.10.2008 // 20 Uhr // Café Central
Kommunismus: Eine kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird
Hörspiel nach dem Buch von Bini Adamczak

30.10.2008 // 19 Uhr // Uni-Gebäude 40
Scheitern und Zukunft des kommunistischen Projekts
Vortrag von Hannes Gießler und Zwi Negator

06.11.2008 // 19 Uhr // Uni-Gebäude 40
Magdeburg im Nationalsozialismus
Vortrag von Maik Hattenhorst

09.11.2008 // Synagogenmahnmal
Gedenken der Opfer der Novemberpogrome
Kundgebung

10.11.2008 // 18 Uhr // Uni-Bibliothek
Zeitzeugengespräch mit Gina Bormann

weitere Informationen und Kontakt unter
http://agea.blogsport.de/

Bild-Anhang zum Blog-Eintrag

geschrieben von surleau um 21:03, 1 Kommentare, 2495 Trackbacks,

Mittwoch, 28. Mai 2008

[sur l´eau] Wahlprogramm / election manifesto

Sur l´eau - Linke Liste

digitales rendezvous: www.surleau.blogsport.de

ein externes Bild

Wahlprogramm / election manifesto

I Programm in Deutsch / election manifesto in german
II Programm in Englisch / election manifesto in english

I

Für ein Antifa-Referat an der Uni

Es wäre wohl pure Gewalt am Begriff des Antifaschismus, diesen zum einen auf eine plumpe Anti-Nazi-Haltung zu reduzieren, wie es zum anderen auch ähnlich falsch wäre diesen am Bild schwarz-vermummter Gestalten zu denunzieren. Für uns gilt es vielmehr als Grundsatz an dem festzuhalten, was Adorno treffend formulierte, eben alles dafür zu tun, „daß Auschwitz sich nicht wiederhole, nichts ähnliches geschehe.”
Von diesem Punkt aus wollen wir Antifaschismus daher zu allererst verstanden wissen als eine kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, ja mit der gesellschaftlichen Konstitution und seiner Genese überhaupt. So sind es Theorie, Kritik und das bessere Argument, die wir als geeignete Mittel der Auseinandersetzung sehen, um für einen Zustand einzutreten, der treffend im Hier und Jetzt als die zwanglose Assoziation freier Menschen formuliert werden könnte. Die Bewegung der Gesellschaft im Auge zu haben und eben die fortwährenden Bedingungen, die Auschwitz ermöglichten, als solche zu denunzieren, nicht weniger, ist unser Anspruch. So soll ein Antifa-Referat eine permanente und tief greifende Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und der Gesellschaft ermöglichen.

Bilinguale Uni

An der Universität treffen Studierende mit verschiedensten Lebensentwürfen, Vorstellungen vom Leben und wie es sein sollte bzw. könnte und aus vielen Regionen der Welt aufeinander. In einem Anspruch auf Barrierefreiheit wäre es das Gröbste einen gemeinschaftlichen Austausch und ein Miteinander auf Augenhöhe zu ermöglichen. Ein wichtiger Punkt und eher eine Mindestforderung ist es für uns, diesen Anspruch mit einer Forderung nach einer wirklich bilingualen Universität zu verbinden, in der es zumindest zum common sense gehört, weite Teile des universitären Raums durch die englischen Sprache zu öffnen. So banal diese Forderung klingen mag, so real ist ein universitärer Alltag, in dem es oft schon an Speiseplänen oder am Campusplan hapert. Ausgrenzung fängt an vielen Punkten an und so wäre es vielleicht nur ein kleiner, aber doch wichtiger Schritt, auf einen Alttag zu pochen, der eben nicht durch die deutsche Sprache bestimmt ist.

Kein Thema ist auch ein Thema

Forderungen nach einer internationalen Universität, höherem Bafög, einer familienfreundlichen Uni oder auch das Auftreten gegen Studiengebühren … das alles hören Studierende immer und immer wieder. Gerade im Wahlkampf und manchmal leider nur dort, haben diese Schlagwortthemen Hochkonjunktur. Nicht, dass wir jetzt etwas gegen diese Forderungen hätten. Nein, ganz und gar nicht. Vielmehr ist für uns die ehrliche Frage: “Wer sollte denn dagegen sein?” Sich in den besagten Bereichen zu engagieren, ist richtig und wichtig, doch plädieren wir dafür, diese Punkte als einen Standard zu verstehen, hinter den es nicht zurück zu fallen gilt. Der selbst gegebene Auftrag ist daher, weiterzudenken und in der Hochschulpolitik über den sprichwörtlichen Tellerrand diverser Basics zu schauen, sowie ein politisches und gesellschaftskritisches Profil zu entfalten und natürlich auch ernsthaft zu vertreten. Abseits wirtschaftlicher Umverteilungsdebatten oder einer Sachstandsverwaltung wie sie in Forderungen nach mehr Bafög oder gegen Studiengebühren oft ihren Ausdruck findet, müsste es vielmehr darum gehen, ein Verständnis der Uni zu etablieren, als einen Ort, an dem Menschen die kritische Auseinandersetzung mit der Gesellschaft suchen.
Mit aufklärerischem Pathos gesagt, geht es nicht um einen Wissenschaftsbetrieb, der sich einem Namen nach schon seines kritischen Gehalts entledigt hat, sondern darum, sich aus seiner/ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befreien.

Gendern und zwar subito!

Allen Gleichstellungsregelungen zum Trotz drängt sich der Eindruck auf, an einer von Männern dominierten und durch sexistisches Klima geprägten Uni zu studieren. So hat die Studierendenkarte durch ihren Namen fast schon Ausnahmecharakter. Immerhin wird sie vom Studentenwerk ausgestellt, dem Namen nach eine Einrichtung von Männern für Männer. Dennoch muss es überraschen, wenn Hochschulgruppen aller Couleur im Stura gegen die sprachliche Gleichberechtigung von Frauen an der Uni votieren. Dabei ist jedoch vor allem wichtig zu betonen, dass selbst die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern der Tatsache nicht gerecht wird, dass es sich bei dem binären Geschlechtermodell “Frau/Mann” um eine soziale Konstruktion handelt die aufs Engste verknüpft ist mit zahllosen zugeschriebenen Rechten, Pflichten und Dispositionen und keineswegs um eine unveränderliche biologische Gegebenheit.
Wir wollen uns deswegen für die Gleichberechtigung aller Studierenden einsetzen und als ersten Schritt eine möglichst sächliche und geschlechtsneutrale sprachliche Regelung in allen Gremien, Institutionen und Verwaltungseinrichtungen durchsetzen. Bei Formulierungen, die dies nicht zulassen, gilt es uns als selbstverständlich, eine Sprache zu wählen, die nicht nur Männer anspricht. Wir denken, das sollte nicht erst irgendwann geschehen, sondern subito!

Für eine Ethik-Deklaration

Die Universität ist kein hermetisch abgeriegelter Raum, der als hoffnungsvolle Enklave in der vollends verwalteten Welt existiert. Dem folgend finden hier die gleichen Konkurrenz- und Unterdrückungsmechanismen statt, wie wir sie auch außerhalb des universitären Rahmens finden. In ihrer offensivsten Form zeigen diese sich dort, wo viele Studierende aufeinander treffen, sei es bei Studierendenpartys oder bei Veranstaltungen abseits des Lehrbetriebs. Da kann es schon mal vorkommen, dass sich der Türsteher bei der Studiparty zu rassistischen oder sexistischen Äußerungen hinreißen lässt oder Studierende Veranstaltungen verlassen müssen, wenn sie nicht länger bereit sind, sich fremdenfeindlichen Äußerungen ausgesetzt zu sehen.
Wir streben die Ausarbeitung einer Ethik-Deklaration an, die sich deutlich gegen rassistische, sexistische oder antisemitische Unterdrückung ausspricht. An diese Deklaration sollen alle Veranstaltungen, Einrichtungen und Institutionen gebunden werden, die sich in irgendeiner Form aus studentischen Geldmitteln finanzieren. Eine langfristige Finanzierung von Projekten, wie sie vor allem im Stura entschieden wird, sollte von der Einhaltung der vereinbarten Grundsätze abhängig gemacht werden, nicht um den Uni-Alltag zu beschneiden, sondern um ihn für alle zu öffnen und um die Uni samt ihrer Einrichtungen als einen Raum zu definieren, in dem man ohne Angst verschieden sein kann.


II

For an antifascist working pool in student council

It would almost be violent to reduce the term of Antifascism to a clumsy anti-Nazi attitude, as it would also be wrong, to denounce it to an image in form of black disguised people. In fact, for us, it is an important principle to hold on to what Adorno phrased, namely to do everything we can “to arrange…thoughts and actions so that Auschwitz will not repeat itself.”
According to that, first of all, we want Antifascism to be understood as a critical dealing with society, as well as with the social constitution and its emergence at all. Therefore, theory, criticism and the stronger argument are what we consider to be the appropriate methods for dealing with society, in order to advocate a state that here and now could be formulated as the unrestricted association of free human beings. To keep in mind the movement in society and the denunciation of the constant progressive conditions, that made Auschwitz possible, nothing less is our claim. Thus, an Antifa-working pool shall enable a permanent and profound dealing with anti-Semitism, xenophobia, racism and society.

Bilingual University

In an university, students with most different plans for their life, as well as different approaches to life and how it should be or could be, and people coming from different regions of the world, meet. In demanding to break down barriers, it would be most rough to make it possible to have a minimum of a common exchange at eye level. An important point and rather a minimum requirement it is for us to connect this claim with a demand for a bilingual university, in which it at least belongs to the common sense to open up wide areas of the university with the English language. As banal as this claim may sound, it is reality in the everyday life of a student, who often even fails to read the menu or the plan for the campus. Social exclusion starts at many points, and therefore, it may be a small but important step to insist on an everyday life, which is not determined by the German language.

No topic can also be a topic

Claims for an international university, higher student loans, a family-friendly university and to stand up for the avoidance of tuition fees…all of these claims, students have to listen to again and again. Particularly in the field of the election campaign, unfortunately sometimes only then, these topics boom. Not that we have anything against these claims. No, not at all. In fact, the honest question for us is: “Who should be against it?” To be involved in the aforesaid field is right and important, but we plead to understand these topics as a standard, behind which we should not fall back. Therefore, the self-given task is to think further, to broaden our horizon in university policy, as well as to develop a political and socio-critical profile and of course, to represent it seriously. Apart from economical debates about redistribution or the administration of the state of affairs, which is often expressed in the demand for a higher student loan or against tuition fees, it should be all about establishing an understanding about university, as a place where people look for a critical dealing with society. To say it with the pathos of enlightment: It is not about a scientific establishment, which already gets rid of it`s critical content, because of it`s name, but frees itself form it`s self-caused un-freedom (in this context un-freedom means Unmündigkeit as meant by Kant).

For linguistic equality

Despite all the rules for equalization, one has to get the impression, to study on an university, which is dominated by men and characterized by a sexistic climate. Therefore, the student card1 is almost an exception, because of it`s name. Anyhow, it is issued by the student union2 , by name an institution of men for men. However, suprisingly almost all university workgroups in student council voted against the linguistic equalization of women in university. Though, above all, it is important to stress, that even the linguistic equalization of men and women does no justice to the fact, that the binary gender model “woman/man” is a social construction, which is closely connected with innumerable attributed rights, duties and dispositions and by no means an unchanging biological condition. That`s why, we want to stand up for the equalization of all students and, as our first step, to assert a preferably neuter and gender-neutral linguistic regulation in all committees, institutions and constitutions for administration. With formulations, for whom that is not possible, for us it is natural to choose phrases, which do not only address men. In our opinion, that should not happen sometime, but subito.

For an ethics declaration

University is no hermetic blocked room, which exists as a hopeful enclave in the completely administered world. That`s why, here the same competition and oppression mechanisms take place, as we can find them outside the university. In their most agressive form, they show themselves where many students meet, for instance at student-parties or events apart from the lectures in university. At these events, it is indeed possible, that the doorman makes a racist or sexist comment or students, which are not willing to accept such xenophobic offenses, have to leave. We aim for the elaboration of an ethics declaration, which comes out against racist, sexist or antisemitic opression. All events, facilities and institutions, financing themselves from student funds, shall be bound to the declaration. A long-term financing of projects, for which above all the student council votes, should be dependent on the observance of the agreed maxims. In doing so, we do not want to curtail the everyday life of university, but to open it up for everybody and to define university and it`s institutions as a room, in which someone can be different without being afraid.

1. student card translated to German is Studierendenkarte, Studierende is a neutral expression for female and male
2. student union translated to German is Studentenwerk, Studenten are masculine students, the feminin equivalent

Bild-Anhang zum Blog-Eintrag

geschrieben von surleau um 13:19, 0 Kommentare, 1 Trackbacks,