UniHelp-Blog von schnueptus

Die Welt ist groß!

Mittwoch, 26. November 2008

Vortrag von Innenminister Holger Hövelmann über Sicherheit und Freiheit.

Ich war heute zum Vortrag "Wie viel Sicherheit erträgt die Freiheit?" vom Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt Holger Hövelmann bei der evangelischen Studentengemeinde.

Der erste Teil war ein kurzer und guter Vortrag über die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Staat und Freiheit. Dass der Staat erst die Möglichkeit schafft unsere Freiheit zu entfalten. Dass der Staat ein Gewaltmonopol hat. Dabei wurde auf Zusammenhänge ausgehend vom 16. Jahrhundert über NS-Zeit bis heute eingegangen, z.B. über die Situation in Mexiko (Kontrolle durch Drogenkartelle), die Unruhen in Frankreich in den letzten Jahren usw. eingegangen. Ich will hier nicht den Vortrag wiederholen, aber alles Dinge die man eigentlich in Sozialkunde und/oder Politikunterrischt schon mal gehört haben sollte.
Die Kernaussage des Vortrages lag in der Aussage, dass sich Sicherheit und Freiheit nicht gegenüberstehen, sondern miteinander einhergehen.
Das Interessantere war aber die anschließende Fragerunde. Da man ja mehr von diesem Vortrag im Kontext des 11. September erwartet hätte und Themen wie Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung und BKA-Gesetz in den Fokus der Diskussion rücken.

Dass eine Überwachung ein mehr an Sicherheit bringt, hat Herr Höwelmann mit dem Beispiel der Videoüberwachung am Hasselbachplatz begründet, wo man einen deutlichen Erfolg verbuchen konnte, ohne dass die Schlägerreien jetzt in den Nebengassen stattfinden. Erst auf spätere Rückfrage zum Thema Videoüberwachung drückte er eine skeptische Haltung aus und meinte, dass oft mehr Videoüberwachung gefordert wird und er die Leute bremsen muss und der Meinung ist alles funf mal zu prüfen, bevor man so ein Mittel einsetzt.
Bei der Überwachung von Handys hat er darauf hingewiesen, dass ein Täter von den Sauerland-Attentätern 28 verschiedene Handys hatte, da ist es unmöglich das alles zu überwachen.
Das führte gleich zur Vorratsdatenspeicherung, wo er klar stellt, das nicht Inhalte gespeichert werden, sondern nur von welcher Nummer auf welche telefoniert wurde und man nicht nachprüfen kann wer da telefoniert hat und dass damit die gerichtliche Verwendung schwierig sei.
Was für mich die Frage aufwirft warum tuen wir das dann?
Er betonte, dass es keine absolute Sicherheit gibt und man nicht das ganze Internet total überwachen kann, das sei technisch unmöglich. In diesen Zusammenhang ist die Aussage:

Ich will keinen Überwachungsstaat

aber auch nicht wirklich beruhigend finde ich.
Zum BKA-Gesetz hat er betont, dass Sachsen-Anhalt übermorgen im Bundesrat nicht zustimmen wird. Für ihn sind da 3 Punkte wesentlich:

  • es wird ein Zuständigkeitsvakuum zwichen Bund und Ländern geschaffen
  • die Klausel, dass der BKA-Präsident in drigenden Fällen entscheidet und kein Richter
  • dass bei Ärzte und Jornalisten das Aussageverweigerungsrecht aufgeweicht wird

Oft wurde auch mit dem Bundesverfassungsgericht argumentiert, als Kontrolles des Staates und Sicherung. Auf meine Frage, der Kontrolle fand ich zwei Aussagen gut:

Dass das Bundesverfassungsgericht Gesetze immer wieder gekippt hat, zeigt, dass die demokratische Kontrollinstanz funktioniert


und am besten:

Ob wir den Bogen überspannen, entscheidet am Ende das Bundesverfassungsgericht

Ich finde man darf sich zurecht fragen, ab das auf Dauer gut ist ständig Gesetzte zu machen, die unsere Verfassung/Grundgesetzt ausreizen bzw. ein bissel darüber hinaus gehen.

Meine Frage zum Schutz, wenn die staatlichen Maßnahmen fehlschlagen, wie z.B. bei Operation "Himmel" wo Unschuldige alleine durch den Verdacht Familie und Job verloren haben, wurde leider vom Moderator aus Zeitgründen abgelehnt.

Wichtig ist es sich den Herausforderung an unsere Sicherheit und Freiheit im Internetzeitalter mit neuer Bedrohungen zu stellen und dies gegenüber Zukünftigen verantworten zu können.

Leider sind viele Fragen unbeantwortet geblieben, vielleicht sogar die entscheidende, sich ein Bild zu machen, wer unser Innenminister ist, der sich täglich mit diesen Fragen beschäftigt, und wohin die Entwicklung weiter geht.

geschrieben von schnueptus um 23:27, 3 Kommentare, 0 Trackbacks, in die weite Welt, Politik,

Samstag, 8. November 2008

RSS für Lehrveranstaltungs-Seiten

im letzten Semester hat Prof. Henk ein echt Praktische Idee gehabt für seine Webseite zu seinen Lehrveranstaltungen. Er hat ein Mikro-CMS installiert, dass auch RSS unterstützt. Ich fand das sehr praktisch, da man jetzt immer auf dem laufenden ist, wenn z.B. das neue Übungsblatt online ist oder weitere Mitteilung.

Leider hat sich das noch nicht sehr in der Uni rum gesprochen. So setzen zwar schon viele auf ein CMS, aber bei Änderungen an der Webseite bekommt man nicht immer mit. Oft ist man auch vergeblich da, da das neue Übungsblatt noch nicht online ist.

Andere Professoren setzen darauf ihren Studenten E-mails zu schreiben. Funktioniert auch, aber natürlich ein kleiner Overhead, erst mal die E-Mails zu sammeln. Dann findet man in der Empfängerliste eine tolle Email-Sammlung von seinem Mitstudenten. Was natürlich nicht so schön ist, da sobald ein Rechner mit einem Spambot infiziert ist, gleich meine Email-Addy weiter bekannt wird.
Da hat RSS mehr Vorteile.

Cool wäre auch ein Tool, das Änderungen an Webseiten parse und das als RSS-Feed zur Verfügung stellt. Leider habe ich sowas noch nicht gefunden. Vielleicht hat ja jemand Lust dies zu coden, dann könnte man das vielleicht auf dem UniHelp-Server installieren.

Dann würde es richtig Spaß machen nur eine Webseite zu haben, wo man sehen kann, was sich auf den wichtigen Uni-Webseiten tut, z.B. der UniHelp Studienbereich, das wäre eine echte Verbesserung des Service.

Update 2.12.2008
Jetzt gibt es eine Open Source Software Argos.py powerd by linp. Alle Infos dafür findet ihr hier für die Nutzung in UniHelp.de.

geschrieben von schnueptus um 12:27, 2 Kommentare, 0 Trackbacks, in Studium,

Mittwoch, 29. Oktober 2008

Studentenaustausch mit Minsk

Im Sommer packt einen immer die Reiselust, mir geht es zumindest so. Und irgendwie verschlägt es mich oft in Richtung Osten. Da war ich sehr erfreut, dass die FMA dieses Jahr, so wie die letzten Jahre auch, wieder eine Exkursion nach Minsk angeboten hat.

Da in Weißrussland noch Visumspflicht herrscht ist dies ein Land, welches man nicht so schnell alleine bereist. Sich dennoch dort an der Uni um zu sehen und Studenten kennen lernen ist ein Angebot, was ich nicht abschlagen konnte.

So ging es im September mit dem Schlafwagen in Richtung Minsk. Von der Verspätung der Bahn mal abgesehen, wurden dann irgendwann am frühen Morgen die Räder gewechselt. Das haben wir mehr oder weniger verschlafen.
Der Empfang war in Minsk sehr herzlich. Und allen Menschen, denen wir begegnet sind, haben uns herzlich empfangen, da wirken wir Deutschen meist sehr kühl.

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Campus mit independents place im Vordergrund

Was auch auf dem Campus auf dem ersten Blick auffällt, ist die viele Militärpräsenz. Vielleicht weil Magdeburg keine Militärakademie hat. Hier merkt man, dass doch etwas anders ist. Aber ich will jetzt nicht über Politik reden. Man spürt schon dass dieses Land zwischen Sozialismus und Liberalisierung steckt, zwischen der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Russland und kleinen Schritten in Richtung Europa.

Untergebracht waren wir im Studentenwohnheim. Toilette im Flur, Dusche im Keller, ein Zimmer für drei Studenten. 2 Schränke, 3 Betten, 1 Schreibtisch. Die meisten haben noch ein Kühlschrank und jeder einen Computer untergebracht. Das Zimmer ist richtig voll und "Privatsphäre" gibt es nicht. Dafür preisgünstig. Kühlschrank und Computer sind zum heizen jetzt im Herbst doch sehr wichtig. Da das Wetter sehr Herbstlich war (<9°) und die Fenster nicht dicht, haben wir bei Temperaturen um die 16° in unserem Zimmer die noch nicht funktionierende Heizung vermisst. Aber wir waren ja nicht oft dort.

So besuchten wir Vorlesungen (zum Glück auf Englisch), schauten Stadt, Museen, die Nationalbibliothek und vieles mehr an ...

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Nationalbibliothek

Das wichtigste war aber der Austausch mit dem Studenten. So gibt es in Weißrussland keine Beschränkung zu studieren. Wenn du einen vorgegebenen Notenschnitt hält, dann fördert dich der Staat mit 50€ im Monat. Was nach aussagen des Prorektors über 50% der Studenten betrift. Dazu kommt, dass ein Durchschnittseinkommen zwischen 90 bis 120€ liegt Ein Professor verdient 400€ im Monat. Dabei sind Miete und Energie wesentlich billiger als bei uns, letzteres dank Russland. Auch Lebensmittel sind etwas günstiger, aber dann hört es auch schon auf. Kleidung, Drogerieartikel und vor allem Technik ist teurer als bei uns. Das macht einen bei der ein oder anderen Hartz IV Debatte in Deutschland zumindest nachdenklich. Aber darum geht es mir hier nicht.

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1€ = 3000 Weißrussische Rubel

Der Vorlesungsstoff ähnelt unserem sehr, so hat doch der Professor die gleichen Bücher wie wir in seinem Büro stehen. Ich weiß nicht ob man von seinem Büro reden kann, er muss es sich mit seinen Mitarbeitern, Hiwis und Sekretärinnen teilen.

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Verwaltungsgebäude der Uni

Für die Studenten gibt es auch nicht die Möglichkeit so viel zu wählen, sie werden in eine Art Klasse eingeteilt, die einen gemeinsamen Stundenplan haben.

Es gibt noch viel mehr Eindrücke, von denen ich berichten kann. Aber vielleicht hat der ein oder andere ja nächstes Jahr Lust das selbst zu entdecken.

Besonders gefreut habe ich mich, dass ich einige Studenten hier Magdeburg begrüßen konnte. So sind ein paar hier um ein Semester bei uns zu studieren und letzte Woche kamen einige zu Besuch, so dass ich ihnen unsere Uni und Magdeburg zeigen konnte.

geschrieben von schnueptus um 10:23, 1 Kommentare, 0 Trackbacks, in die weite Welt, Studium,

Sonntag, 21. September 2008

Funny Pics auf Werbe-LCD

So macht doch Bahn fahren Spaß!
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Die Plasmateile können nicht groß genug sein, aber was bringt es wenn der Rechner nicht arbeitet.

Bild-Anhang zum Blog-Eintrag

Ich frage mich, warum man dafür überhaupt Windows einsetzt. Vielleicht sollten wir entsprechende Hardware entwickeln mit angepassten Linux das abspielen kann und möglichst Ressourcen und Strom schonend arbeit.

Nachtrag
Linap hat mir noch ein Bild geschickt:
Bild-Anhang zum Blog-Eintrag
Virenscanner hat sich da mal verabschiedet. Da fällt mir ein, das ich mal ein Bild vom alten Markt hatte, wo die LED-Tafel den Nortan Antivirius abgeschmiert ist, aber das ist auf den weiten der Festplatten verschollen.

geschrieben von schnueptus um 19:58, 2 Kommentare, 0 Trackbacks,

Samstag, 13. September 2008

Bahn, Politik und wir Kunden?

Jetzt feiert die ganze Nation, dass die Bahn den Bedienungszuschlag zurück gezogen hat, aber auf der anderen Seite regt sich dafür keiner auf, das immer noch eine Preiserhöhung von fast 4% ins Haus steht.

So wird richtig Politik gemacht. Mit dem Bedienungszuschlag ablenken und schon ist der Rest okay. Dabei arbeitet die Bahn doch jetzt profitabel und erwirtschaftet Gewinne.

Das die Bahn ein privates Unternehmen ist stimmt auch nur Teilweise. Zwar ist es als AG organisiert, aber der Eigentümer ist noch zu 100% der Bund. Und da wir alle Steuerzahler sind, sind wir quasi alle Aktionäre der Bahn, wenn man das so sehen will, nur sieht das die Bahn nicht so.

Und unsere Politiker wollen auch keine Kundenfreundliche Bahn. Was keiner sagt aber ist ist, so wird bei uns Mobilität besteuert. Die Steuereinnahmen wachsen ja quasi mit dem Benzinpreis. Bei der Bahn muss man halt die Preise anheben und das Geld fliest dann auch in die Staatskasse. Also kann man quasi über eine Steuererhöhung durch die Hintertür reden.

Die Privatisierung der Bahn dient nur eins um noch ein bissel zusätzliches Geld vor den nächsten Bundestagswahlen locker zu machen und einen schöneren Haushalt zu haben (ähnlich mit dem UMTS Lizenzverkauf)

Bedienungszuschlag! Ich weiß ja nicht, also ich persönlich habe in den letzten 5 Jahren kein Ticket mehr am Schalter gekauft, dort sind eh immer die Schlangen zu lang und eh ich erklärt habe was ich haben will, da bin ich am Automaten oder im Internet schneller.
Der wirkliche Verlust ist schon dadurch entstanden, dass man nicht mehr im Zug nachlösen kann, sondern als Schwarzfahrer gilt. (Wenn man knapp zum Zug kommt hat man sogar den Aufschlag im Zug in Kauf genommen um rechtzeitig noch weg zu kommen.) Das auf RE Strecken Züge eingesetzt werden die wo anders eine S-Bahn sind und keine vernümftigen Stauraum für Gepäck da ist, davon reden wir ja gar nicht.

Ich sehe nicht das sich aus Sicht der Kunden was verbessert und denke, dass die Politik da auch kein Interesse hat.
Vielleicht sollte man dann Bahn Aktien kaufen, nach dem Motto: "die Bahn den Bahnfahrern" aber mit dem Desaster von den Telekomaktien kann man vielleicht sein Geld auch besser verbrennen.

Vielleicht sollten nach dem Lokführern und den Personal mal die Kunden streiken. Dabei würde nicht benutzen nur ein Harmloser Weg. Der wunde Punkt ist, dass bei Gleis besetzen man die Bahn sehr viel empfindlicher treffen kann.

geschrieben von schnueptus um 12:53, 10 Kommentare, 0 Trackbacks, in Politik,

Dienstag, 19. August 2008

MS Wissenschaft legt in Magdeburg an

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Ab heute ist die MS Wissenschaft zum Mathejahr nach Magdeburg geschifft. Wobei sie es nicht ganz geschafft hat. Durch den niedrigen Elbe-Pegel muss sie vor den Toren halt machen und legt schon an der Schleuse Rothensee an.

Das ist leider etwas schade, aber es lohnt sich bis Freitag mal dort vorbei zu schauen. Vielleicht mit dem Fahrrad, die Strecke an der Elbe kann man nur empfehlen.

Es gibt auch ein paar Vorträge, schaut einfach mal in das Programm.

Ich habe auch mal geschaut, man kommt auch gut mit der StraBa hin. Einfach Endstation der 10, Barleber See aussteigen und dann noch 1200 meter laufen.

geschrieben von schnueptus um 12:53, 2 Kommentare, 0 Trackbacks, in die weite Welt, Studium,